Die Ursachen für chronische Erkrankungen

Wie und weshalb entstehen chronische Krankheiten?

Du wolltest schon immer genauer wissen, was wirklich hinter Deiner chronischen Erkrankung stecken könnte? Oder Du bist zwar gesund, möchtest aber erfahren, was Du dafür tun kannst, um von chronischen Erkrankungen möglichst verschont zu bleiben? Wir zeigen dir auf, was die Ursachen und Auslöser vieler chronischen Erkrankungen sind und wie Du sie vermeiden kannst.

Frau mit Pillen ist chronisch krank

Der menschliche Körper kann oft überraschend viel wegstecken – doch wie heißt es so schön im Sprichwort, „der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht“. Solange eine gewisse Balance gewahrt bleibt, ist oft noch alles im Lot – wenn Du Deine Gesundheit aber auf Dauer überstrapazierst, bist Du  nicht nur empfänglicher für akute Krankheiten, sondern hast auch ein zunehmend steigendes Risiko für chronische Erkrankungen. Neben dem eigenen Verhalten spielen hier natürlich auch die genetische Ausgangslage sowie Umweltfaktoren mit hinein. Da Du erstere meist nicht kennst und letztere nur bedingt beeinflussen kannst, kannst Du über dein Verhalten noch am ehesten steuern, wie wahrscheinlich Du irgendwann unter einer chronischen Krankheit leiden musst oder, falls Du schon daran erkrankt bist, wie gut Du sie in den Griff bekommst.

Schwangerschaft und Kindheit - Die Weichen richtig stellen

Schwangere Frau

Manche chronischen Erkrankungen sind bereits angeboren - hier lässt sich die chronische Erkrankung dann oft nicht mehr verhindern, sondern nur noch behandeln und bestenfalls heilen. Je nach Krankheit lässt sich das Risiko aber vermindern, wenn die Eltern des werdenden Kindes am besten ab Kinderwunsch, spätestens aber ab der festgestellten Schwangerschaft Schadstoffe soweit wie möglich vermeiden.

Durch Rauchen beispielsweise kann das Erbgut so verändert werden, dass das Risiko für chronische Erkrankungen wie Diabetes, Krebs oder Atemwegserkrankungen steigt. Auch auf andere Schadstoffe wie Alkohol, Lösungsmittel, scharfe Reinigungsmittel oder auch synthetische Duftstoffe sollte so weit wie möglich verzichtet werden. Hier gibt es wesentlich gesundheits- und umweltfreundlichere Alternativen.

Häufig erfolgt eine Renovierung von Haus oder Wohnung während der Schwangerschaft oder in der Kleinkindzeit - das ist jedoch in Punkto Schadstoffbelastung die denkbar ungünstigste Phase. Wer bereits im neuen Kinderzimmer zum Pinsel gegriffen hat, sollte sich deswegen aber nicht mehr verrückt machen. Ein mehr oder weniger erhöhtes Risiko muss nicht gleich bedeuten, dass dadurch Schäden entstehen - sich deshalb unnötig Stress zu machen nützt niemandem mehr und schadet höchstens. Gerade für die erste Zeit gibt es aber durchaus Alternativen zum Kinderzimmer: Anstellbetten wie Babybay beispielsweise oder das sogenannte Familienbett.

Falls demnächst neue Möbel oder ein neuer Wandanstrich anstehen, sollte dafür aber zu möglichst schadstofffreien Alternativen gegriffen werden. Hier musst Du oft genauer hinsehen: Produkte mit einem Siegel wie der „Blaue Engel“ können trotzdem problematische Inhaltsstoffe wie allergieauslösende Konservierungsstoffe enthalten. Beim Hausputz und Wäschewaschen auf problematische Inhaltsstoffe zu verzichten, dankt dir letztendlich auch die Umwelt. Ein Verzicht auf Dauerbeduftung durch Weichspüler, Duftstäbchen und Co. entlastet außerdem die Atemwege und das Zentralnervensystem. Die teilweise enthaltenen polyzyklischen Moschusverbindungen können sich außerdem in Fettgewebe und Muttermilch anreichern und stehen in Verdacht, Leberschäden zu fördern. Beseitigung von Geruchsquellen und regelmäßiges Lüften ist hier der richtige Weg. Apropos Muttermilch: durch möglichst langes Stillen bei Bedarf wird das Immunsystem des Kindes optimal gestärkt.

Hauptursachen für chronische Krankheiten verhindern

Wie bereits erwähnt, sind manche chronischen Erkrankungen schlichtweg angeboren, wobei auch hierfür das Risiko durch Belastungen wie Schadstoffe und Mangelsituationen steigt. Doch auch wer völlig gesund ins Leben startet, kann im späteren Verlauf chronische Erkrankungen erwerben.

Hippokrates sagte schon vor mehreren Tausend Jahren „Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!“ Dieser Spruch hat auch heute noch in vielen Bereichen Gültigkeit. Eine ungünstige Verteilung der Makronährstoffe Fett, Eiweiß und Kohlehydrate kann zu verschiedenen Stoffwechselerkrankungen führen, und eine zu geringe Dichte an Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen fördert eine ganze Reihe an Erkrankungen und Verletzungen.

Vitalstoffe aus natürlichen Lebensmitteln

Auch Flüssigkeitsmangel ist ein wichtiges Thema. Beispielsweise kannst Du für Deine Bandscheiben schon durch ausreichende Wasseraufnahme über den Tag verteilt einiges tun.

Im komplexen Bereich der Ernährung gibt es nach wie vor leider sehr unterschiedliche Ansichten. Manches ist hier natürlich auch individuell unterschiedlich. Beispielsweise kann sich Dein Bedarf ändern, wenn Du aufgrund einer Erkrankung auf verträgliche und entzündungshemmende Nahrungsmittel zurückgreifen solltest oder den Schwerpunkt auf das Abnehmen legst. Eine gewisse Vielfalt ist generell förderlich und vermindert auch das Risiko, Unverträglichkeiten zu entwickeln, manchmal kann es aber auch nötig sein, den Schwerpunkt auf bestimmte Nahrungsmittel zu legen, um eine Krankheit bestmöglich zu unterstützen. Achte außerdem auf Qualität und Frische. Zu viel Zucker ist grundsätzlich schädlich, auch im Hinblick auf die Zahngesundheit. Vertieftere Informationen zu unserem Ernährungskonzept findest Du in unserem Beitrag zum Thema basische Ernährung.

Eine wichtige Rolle spielt auch das Thema Bewegung. Heutzutage bewegen sich sehr viele Menschen zu wenig, wie wir auch in unserem Blogbeitrag zum Thema Bewegungsmangel beschreiben. Dies kann bereits viele chronische Erkrankungen begünstigen, von Stoffwechselerkrankungen bis hin zu dauerhaften Rückenschmerzen. Doch auch zu viel Bewegung, ständig gleiche Bewegungsabläufe oder zu schnelle Umfangssteigerungen können in gewisser Weise schaden. Durch das Zurückstellen von sportlichem Ehrgeiz und einem langsamen Aufbau des Sportprogramms lassen sich bereits viele Beschwerden verhindern.

Viel erreichen kannst du auch durch ergonomische Ausstattung Deines Arbeitsplatzes, regelmäßige kurze Bewegungspausen, geeignetes Schuhwerk und frühzeitiges Angehen von Fehlhaltungen, Verspannungen und Muskelverkürzungen. Wenn du bereits an chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats oder anderen Vorerkrankungen leidest, die Deine Sportbegeisterung bremsen, solltest du das nicht als Ausrede für völlige Bewegungsarmut verwenden. Fast immer lassen sich leichte Übungen in den Alltag integrieren - gegebenenfalls nach Absprache mit Deinem Therapeuten. Empfehlenswert ist hier beispielsweise Pilates. Akute Erkrankungen solltest du natürlich zuerst auskurieren.

So bleibt alles in Balance

Yoga zur Entspannung

Neben Bewegung sollte natürlich auch das richtige Maß an Entspannung auf Deinem Plan stehen. Besonders wichtig ist hier genügend Schlaf. Finde die für dich richtige Schlafmenge heraus – meistens liegt sie zwischen 7 und 9 Stunden – und organisiere Deinen Alltag so, dass Du sie möglichst erreichst. Wenn Du öfter nachts aufwachst und nicht mehr einschlafen kannst, sollte dir das nicht gleich Sorgen bereiten. Früher war es sogar üblich, nach etwa vier Stunden Schlaf zwei Stunden mit leichten Tätigkeiten zu verbringen bevor die nächste Schlafschicht kommt.

Statt schlaflos im Bett zu liegen und zu grübeln solltest Du also lieber etwas tun, das dir Spaß macht, bis Du wieder müde bist. Bildschirme lässt Du aber besser ausgeschaltet.

Die richtige Stressbewältigung ist ebenfalls individuell sehr unterschiedlich. Wenn Du den ganzen Tag körperlich gearbeitet hast, ist dir vielleicht am ehesten nach etwas Musik oder einem heißen Bad, statt nochmal sportlich aktiv zu werden. Je nach Beruf kann etwas lockerer Sport hier aber auch den nötigen Ausgleich bringen und muskuläre Dysbalancen vermeiden. Was dem einen die Runde Joggen im Wald ist, ist dem anderen eine kurze Meditation, etwas Auspowern am Boxsack, eine Viertelstunde Yoga, eine Runde Kuscheln mit Partner oder Haustier oder auch Gartenarbeit. Hauptsache, Du kommst wieder auf andere Gedanken, kannst abschalten, Stresshormone ab- und Glückshormone aufbauen.

Bei tiefgreifenden Stresssituationen oder immer wiederkehrenden Themen aus der Vergangenheit ist ein Gang zum Therapeuten jedoch manchmal unumgänglich, um keine chronischen Krankheiten zu riskieren. Wenn besonders in der Partnerschaft stressige Situationen aufkommen, können konstruktive Kommunikationsmethoden wie gewaltfreie Kommunikation helfen. Lodern immer wieder dieselben Konflikte auf, kann auch hier der Blick von außen durch einen Paartherapeuten oder Beziehungscoach helfen.

Wirst Du übermäßig durch andere eingespannt oder verzettelst dich leicht, solltest Du lernen, Grenzen und Prioritäten zu setzen. Du solltest auf jeden Fall darauf verzichten, dir selbst Stress zu machen. Sei liebevoll mit dir selbst, wenn mal etwas nicht so gut läuft, und überlege dir lieber, wie Du es beim nächsten Mal besser machst. Integriere gesunde Ernährung und Bewegung in Dein Leben, aber mache es nicht zur Religion – Du willst damit ja letztendlich Stress vermeiden und nicht noch mehr Stress verursachen.

Weniger kann manchmal mehr sein. Dies gilt insbesondere auch im finanziellen Bereich. Ist das Konto permanent im Minus oder türmen sich immer höhere Kreditkartenabrechnungen, solltest Du auf die Bremse treten und Dir – auch wenn es schmerzen sollte – erstmal einen Überblick verschaffen. Anschließend solltest Du Dir überlegen, welche Ausgaben wirklich nötig sind und Impulskäufe stoppen. Finanzielle Probleme stellen einen nicht zu vernachlässigenden Stressfaktor dar. Ein Konto mit einer schwarzen Zahl am Ende des Monats bietet wesentlich mehr Freiheit als es irgendeine Kreditwerbung versprechen kann.

Chronische Erkrankungen - Welchen Einfluss haben Vorerkrankungen?

Bestimmte Viren und Bakterien können verschiedene chronische Erkrankungen auslösen. Beispielsweise wird ein Zusammenhang von Borreliose und CFS (chronisches Müdigkeitssyndrom) vermutet. Verschiedene Viren stehen in Verdacht, das Immunsystem geradezu umzuprogrammieren oder das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen zu erhöhen. Hierzu zählt das Epstein-Barr-Virus, das Pfeiffersches Drüsenfieber verursacht, in seltenen Fällen aber zu Krebs führen kann.

Viruserkrankung

Natürlich kannst Du Infektionen nicht immer vermeiden - durch eine gesunde und achtsame Lebensweise kannst Du das Risiko aber so niedrig wie möglich halten. Ein starkes Immunsystem hält Erregern leichter stand.

Weitere Gesundheitsstörungen können außerdem von Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen verursacht werden. Mit einer ausgewogenen, möglichst zuckerarmen Ernährung, regelmäßigen Kontrollen und gründlicher Zahnhygiene kannst Du langwierigen und kostspieligen Zahnproblemen vorbeugen.

Wenn Du akute Krankheiten nicht richtig auskurierst, kann das ebenfalls zu chronischen Erkrankungen führen. Eine verschleppte akute Bronchitis kann sich beispielsweise zu COPD oder Asthma entwickeln. Auch Medikamenten-Nebenwirkungen sind mitunter problematisch, besonders wenn Du mehrere Medikamente nehmen musst. Diese können sich gegebenenfalls in der Wirkung herabsetzen oder verstärken, und in Kombination wirken sie zum Teil nieren- oder lebertoxisch. Daher solltest Du dich gut informieren und gegebenenfalls mit dem Arzt Deine Bedenken besprechen. Nimm Medikamente nach dem Prinzip „so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig“ und vor allem auch „so lange wie nötig“. Durch zu frühes Absetzen von Antibiotika förderst Du Resistenzen. Denke aber im Anschluss an eine DarmsanierungNimm verschreibungspflichtige Medikamente außerdem nicht auf eigene Faust: Zum Beispiel können kortisonhaltige Augentropfen nach einigen Wochen zu grünem Star führen, wenn der Augendruck nicht engmaschig überwacht wird.

Außen hui, innen pfui - Hier lauern Schadstoffe

Pestizide als gefährliche Schadstoffe in unserer Umwelt

Auf Schadstoffe hast Du zum Teil nur bedingt Einfluss - wenn Du in einer Stadt lebst, fahren dort nun mal viele Autos, auf dem Land wird zum Teil mit Holz geheizt oder es werden Pestizide ausgefahren, und auch in Gebäuden wimmelt es durch Zeit- und Kostendruck oft nur so von Schadstoffen. Ein gesunder Körper steckt all das oft jahrelang weg, bevor er sich dann irgendwann mit verschiedensten Symptomen meldet. Im Falle von Vorerkrankungen wird es aber meist noch schneller eng.

Gerade chronische Erkrankungen der Atemwege oder des Zentralnervensystems haben hier häufig ihre Ursache. Schimmel ist ebenfalls ein großes Problem - Vorbeugung, bei größerem Befall professionelle Entfernung und richtiges Lüften ist daher ein Muss.

Da es um Dich herum so gut wie überall ein gewisses Maß an Schadstoffbelastung geben wird, solltest Du also wo immer möglich darauf verzichten, Dich noch weiteren Schadstoffen freiwillig auszusetzen. Dass Alkohol, gerade in größeren Mengen, Rauchen und Drogen nicht gesund sind, weißt Du vermutlich. Aber auch darüber hinaus solltest Du insbesondere synthetische Fremdstoffe nach Möglichkeit meiden, da Du sie dann gar nicht erst entgiften musst - Leber und Co werden Dir für diese Entlastung sehr dankbar sein. Duftstoffe sind beispielsweise einer der größten Auslöser von Allergien. Manche Personen reagieren darauf auch mit Atemwegsbeschwerden oder Kopfschmerzen.

Duftstofffreie Versionen von Wasch-, Putz- und Körperpflegemitteln entlasten nicht nur Deine Gesundheit, sondern auch die Umwelt - Rückstände der schwer abbaubaren künstlichen Duftstoffe wurden sogar in weit entlegenen Bergseen nachgewiesen. Wenn Du Wert auf Deinen Lieblingsduft legst, kannst Du diesen ja nur nach Bedarf und sparsam auflegen - ohne unnötige Konkurrenz durch Düfte aus Shampoo oder Weichspüler.

Bei Lebensmitteln solltest Du möglichst auf frische Produkte setzen, was nicht zwingend mit aufwendigem Kochen einhergehen muss. Verschiedene Zusatzstoffe wie bestimmte Konservierungsstoffe und Schwefel können chronische Krankheiten wie Colitis Ulcerosa verschlimmern oder die Schleimhautbarriere im Darm schädigen. Bei Deiner Wohnungseinrichtung solltest Du entweder auf möglichst schadstofffreie Qualität setzen oder gegebenenfalls einfach Second-Hand kaufen, um Dich in Deinen vier Wänden nicht unnötig Schadstoffen wie leicht flüchtigen Lösungsmitteln (VOCs) auszusetzen.

Ausgewählte chronische Erkrankungen unter der Lupe

Während wir Dir bis hierhin einen guten Gesamteindruck über die häufigsten Ursachen für chronische Krankheiten gegeben haben, werfen wir in unserem Artikel "Chronische Krankheiten im Überblick" einen genaueren Blick auf spezielle Krankheitsbilder. Nach der Devise "vom Allgemeinen zum Spezifischen" zeigen wir dir dort bei Interesse - in einer Art Fortsetzung der hier dargestellten Informationen - die Ursachen einzelner Krankheiten und deren mögliche Behandlungswege auf.